Die Sprache der Hunde

Beruhigungs- und Beschwichtigungsignale

Im Gegensatz zu den aggressionsbetonten Signalen sind die Beschwichtigungssignale leider unter Hundehaltern viel zu wenig bekannt. Andererseits sind gerade diese Verhaltensweisen und Signale wichtig für das praktische Leben mit dem eigenen und fremden Hunden.

 

Beschwichtigungsignale sind die Universalsprache des Hundes, die alle Hunde weltweit und ständig einsetzen. Sie dienen einem reibungslosen Miteinander, als Vorbeugungsmaßnahme für Auseinandersetzungen.

 

Begegnen sich zwei Hunde, kann man – bereits in weiter Entfernung – beobachten, wie ein Hund dem anderen solche Signale sendet.

 

Diese zum Teil unscheinbar wirkenden Ausdrucksweisen sollen Angst und Unruhezustände aufheben und Vertrauen und Sicherheit schaffen. Sie helfen den Hunden sich untereinander zu arrangieren, und müssen auch vom Menschen klar erkannt und beim Aufeinantreffen von Hunden ermöglicht werden.

 

Bis heute sind ungefähr 30 Beschwichtigungssignale bekannt. Zu den wichtigsten gehören:

Lecken der Nase:

 

Es kann ganz kurz sein, oder deutlich wahrnehmbar gezeigt werden.
Auch gegenüber Menschen, die gereizt  oder aufgeregt sind, reagieren Hunde häufig mit Züngeln bzw. Schlecken über die eigene Nase, um uns zu beruhigen.

Im Bild links hat sich ein Mensch mit Fotoapparat über die beiden Hunde gebeugt.
Dies bedeutet für den Hund eine potentiell angspannte Situation.
Einer der beiden Hunde reagiert daraufhin mit einem Beschwichtigungssignal.

Wegschauen -  schnelle oder langsame Bewegung des Kopfes, manchmal nur der Augen -  Augenlider senken, (blinzeln). Gesten des sich Abwendens - Kopf oder Körper wegdrehen:

 

Der Hund im Vordergrund wendet bewußt den Kopf zur Seite. Der Hund im Hintergrund  blinzelt.

Gähnen, teilweise mit der entsprechenden Lautäußerung:

 

Diesem Hund ist der Fotograf und  die Kamerasituation  nicht "ganz geheuer". Er schaut von der  Kamera weg und dreht den Kopf demonstrativ nach  links und rechts, schließlich gähnt er.

Leicht zu beobachten ist das Splitting:


Der Hund schiebt oder stellt sich zwischen Hunde oder Menschen, um mögliche Konflikte zu verhindern.

 

Zusätzliche oft zu beobachtende Verhaltensweisen

 

Hinlegen oder Hinsetzen  und  langsames Gehen bis zum Stehenbleiben.
Am Boden schnüffeln oder das Gegenüber demonstrativ ignorieren - mit dem Schwanz wedeln - Pfote heben, urinieren:

 

In dieser leicht angespannten Situation für die rechte Hündin wendet diese den Blick ab und hebt die Pfote.

Beruhigungssignale, die der Hund zur Konfliktvermeidung benutzt, können auch vom Menschen angewendet werden, z.B. Wegsehen, Abwenden, Blinzeln usw.

 

Jeder aufmerksame Hundehalter kann mit der Zeit erkennen, welche Verhaltensweisen sein Hund (und andere) bei der Annäherung auf der Spielwiese oder beim Gassigehen einsetzen.

Quellen: SVÖ Graz-Raach http://www.svoe-grazraach.com/index.php?id=60

Der Großteil der Fotos dieser Seite stammt von der privaten Seite www.spass-mit-hund.de.