Die Sprache der Hunde

Optische Kommunikation

Sie ist die wichtigste Verständigungsart unter Hunden.
Zur optischen Kommunikation gehören:

  • Körperhaltungen und Körperbewegungen (Gestik)
  • Signale mit der Rute
  • Signale mit der Bürste
  • Blickverhalten und Gesichtsausdrücke (Mimik)
  • räumliches Distanzverhalten

Die Ausdrucksmöglichkeiten der einzelnen Rassen sind sehr unterschiedlich.
Durch Rassebesonderheiten ergeben sich auch Einschränkungen der Mimik und Gestik.
(Hängeohren, Bewollung des Gesichtes, oder nicht vorhandene Ruten).

Körperhaltung:

 

Hunde übermitteln die meisten Botschaften durch bestimmte Körperhaltungen.
Das Herankommen und das Berühren kann für Hunde sowohl dazu da sein, einen. vertrauensvollen Kontakt aufzunehmen als auch einen Kampf zu provozieren.
Die jeweilige Situation und andere Signale lassen erkennen, ob es sich um eine Provokation oder um ein Spiel oder ähnliches handelt.

Entscheidend für eine richtige Deutung von Signalen ist der Gesamteindruck, den der Hund vermittelt.

 

Ein Hund kann zum Beispiel zeigen, dass er friedlich ist, indem er sich sich von einem anderen Hund (oder einem Menschen) abwendet.


Wenn ein Hund einen Menschen begrüßt, wendet er ihm oft das Hinterteil zu. Er will damit sagen, dass nicht Drohendes in seinem Verhalten liegt, obwohl er ihm so nahe kommt. Er zeigt sozusagen seine „ungefährliche Seite“ (Abwenden der Zähne).

Ein Hund der sich direkt und in gerader Richtung nähert, zeigt damit auch eine gewisse Form von Selbstsicherheit.

 

Wenn ein Hund anzeigen will, dass er (nur) spielen möchte, gibt er deutliche Signale, die darauf hinweisen. Das kann z.B. eine Unterwerfung sein.
Nähert sich ein Hund aber steif und drohend und berührt auf diese Weise einen anderen Hund, kommt es schnell zu einer Beißerei.

Sprache der Rute:

 

Für uns Menschen ist die Sprache der Rute am einfachsten zu lesen:

Die Haltung der Rute muss allerdings immer im Zusammenhang mit der restlichen Körpersprache gesehen werden.

Mimik

 

Die Mimik des Gesichtes ist ein wichtiges Verständigungsmittel innerhalb der Körpersprache. Meistens ist der Gesichtsausdruck eine Mischung aus Aggression und Angst, je nach Befindlichkeit des Hundes innerhalb der Gesamtsituation.

Im Bild nimmt der Ausdruck der Aggression von links nach rechts zu.
Gleichzeitig wird der Ausdruck der Angst von unten nach oben immer stärker.

Signale mit der Bürste

 

Hunde können bekannterweise bei Erregung ihre Haare am Nacken und Rücken aufrichten. Dabei gibt es unterschiedliche Arten, diese sogenannte Bürste aufzurichten.

 

Ein selbstsicherer Hund stellt die Bürste nur über die Schulterpartie auf.
Ist ein Hund eher unsicher, dann stellt er seine Bürste über den ganzen Rücken bis hin zum Hinterteil auf. Menschlich gesproechen: Weil er innerlich eigentlich unsicher ist hat er es nötig, sich größer und wichtiger zu machen.

Droh- und Imponiergebärden

 

Der Hund zeigt seine Waffen und die Warnung, diese im Notfall auch einzusetzen.
Dieses Verhalten kann sehr schnell in Aggression oder auch in Angst umschlagen.
Die Muskulatur der Beine spannt sich, die Bewegungen werden steif und verkrampft, die Rute steht steil nach oben, die Nacken- und Rückenhaare werden gesträubt (Bürste). Die Hautmuskulatur des Halses wird stark angespannt.


Die Ohren stehen hoch und nach vorne gerichtet. Durch Zusammenziehen der Stirnhaut über den Augen entsteht ein überaus drohender Blick, die Augen blicken starr, wie hypnotisierend.
Dabei kann der Hund ein tiefes Knurren, fast ein Grollen, von sich geben, welches auch durch heftige Bell-Laute unterbrochen oder begleitet werden kann. Die Lefzen werden leicht angehoben, so daß ein Teil der Zähne sichtbar werden.

Drohen mit Knurren ist eine der Warnungen, die der Mensch leicht versteht.
Unterbinden Sie unbegründete Drohhaltungen ihres Hundes gegenüber Menschen schon beim Welpen.


Drohungen von Hunden untereinander müssen allerdings immer im Zusammenhang mit Kopf - und Ohrenhaltung sowie der restlichen Körperhaltung interpretiert werden!
Auch völlig friedliche und unbefangene Hunde beherrschen das Imponiergehabe so gut, dass es von vielen Menschen, die mit diesen Tieren konfrontiert werden, als echte Aggression gewertet und empfunden wird.

Echte Kampfdrohungen

 

Jeder, der einmal einen aggressiven Hund gesehen hat, ist  von diesem Anblick normalerweise stark beeindruckt. Selbst sehr kleine Hunde vermitteln den Eindruck großer Gefährlichkeit.
Wer auf der Hundewiese aufmerksam das normale Droh- und Imponiergehabe beobachtet hat, erkennt meist leicht den Unterschied zur echten Aggression.

 

Ähnlich wie beim Imponier- und Drohverhalten ist die gesamte Muskulatur stark angespannt. Der Hund vermittelt verstärkt den Eindruck, daß er zum Absprung bereit ist. Er bewegt sich steif, beinah wie im Zeitlupentempo.


Dazu verändert sich die Mimik. Die Augen blicken noch stärker, drohender, die Lefzen werden noch weiter angehoben, bis die Haut auf dem Nasenrücken in Falten liegt.
Das Maul ist mehr oder weniger weit geöffnet, die Mundwinkel sind nicht wie beim Angstverhalten nach hinten gezogen. Dabei ist ein eigenartiges Knurren, beinahe ein Fauchen, zu hören. Die ferner steil nach vorn gerichteten Ohren, das bis zur Rutenwurzel gesträubte Fell vermitteln insgesamt den Eindruck von Wut. Zum Glück ein selten zu beobachtender Anblick.

Angstgebärden

 

Der Körper ist angespannt, die Hinterbeine sind leicht eingeknickt, der Rücken ist rund, der Hund kriecht gewissermaßen in sich zusammen.


Die Rute wird zwischen die Beine geklemmt. Der Kopf wird leicht gesenkt.
Die Ohren werden eng an den Kopf gelegt, die Ohrspitzen weisen nach hinten zum Rückgrat.
Die Mundwinkel werden krampfhaft nach hinten gezogen, so daß ein Teil der Zähne entblößt wird. Durch dieses "nach-hinten-ziehen" der gesamten Gesichtspartie werden die Augen schmaler.
Diese Körperhaltung wird oft von mehr oder weniger lautem Winseln begleitet.

Spielgebärden

 

Die Bewegungen zur Spielaufforderung erfolgen meist ruckartig schnell und wirken übertrieben aktiv.
Der Hund hopst z.Bsp auf seinen Vorder- oder Hinterbeinen hin und her und wedelt dabei heftig mit der Rute.


Charakteristisch und eindeutig ist folgende Spielaufforderung welche von vielen unkundigen Menschen irrtümlich als Aggression interpretiert wird:
Die Vorderpfoten werden lang auf den Boden geworfen, der Brustkorb liegt fast auf dem Boden auf, die Hinterpfoten dagegen stehen aufrecht, die Rute wedelt zwischendurch so stark, dass das ganze Hinterteil von dieser Bewegung erfasst wird.


Der Kopf wird in der Regel seitlich hin und her bewegt, die Augen sind groß und rund, gelegentlich ist das Weiße am unteren Augenrand zu sehen. Die Ohren können auch in Bewegung sein, meist ziehen die Ohrspitzen jedoch zur Seite oder die Ohren werden Glatt an den Kopf angelegt, die Ohrspitzen zeigen leicht nach unten.


Das Maul ist leicht geöffnet, die Mundwinkel nach hinten und leicht nach oben verzogen.
Begleitet wird die Haltung meist durch kurzes, helles, aufgeregtes Bellen, oder mit Winseln bzw. spielerischem Knurren.

Quellen: SVÖ Graz-Raach http://www.svoe-grazraach.com/index.php?id=60

 

Abb.K1,Abb.A1 von www.berliner-hundeverordnung.de (Feber 2008)
Abb.Drohung1 von www.polar-chat.de (Feber 2008)
Abb.Drohung2 von www.lukasmoeller.com (Feber 2008)
Vorlage zu Abb.Mimik1 von www.gigapolis.com (Feber 2008)